Der Dispokredit

Der Dispokredit – teuer, aber meistgenutzter Kredit

Er ist der meistgenutze Kredit von allen – der Dispokredit. Doch was ist ein Dispositionskredit? Mit Dispokredit (Dispositionskredit) bezeichnet man die Möglichkeit zur gestatteten Überziehung des Girokontos. Faktisch ist somit jede Überziehung des Kontos ins sogenannte „Minus“ also ein Kleinkredit, den die Bank kurzfristig und formlos gewährt. Wenn das Konto also kein reguläres Guthaben mehr aufweist, kann hier der Dispokredit in Anspruch genommen werden. Dieser Kredit kann je nach Bedarf ganz oder auch nur teilweise in Anspruch genommen werden. Somit können dann etwaige Rechnungen beglichen und Liquiditätsengpässe überbrückt werden. Grundsätzlich ist die Nutzung des Dispositionskredits nicht an einen Zweck gebunden. Wie bei jedem anderen Kredit auch, werden auch beim Dispokredit mit der Bereitstellung des Geldes durch die Bank Zinsen fällig.

Im Fall des Dispositionskredits sind diese allerdings deutlich höher als bei jedem anderen Kredit. Denn die Banken lassen sich die Einrichtung eines Dispositionskredits teuer bezahlen: Nicht selten werden für den Dispokredit bis zu 13 Prozent Zinsen und teilweise darüber verlangt. Durchschnittlich fallen jedoch rund 10,4 Prozent Dispozinsen per anno effektiv an. Häufig seitens der Banken genannter Grund für diesen im Vergleich zu einem herkömmlichen Ratenkredit hohen Zinsen, ist die hohe Flexibilität, mit der der Kredit gewährt wird und mit der er vom Kreditnehmer zurückgezahlt werden kann.

Dispokredit

Die „geduldete Überziehung“ bei einem Dispokredit

Wird das Konto über den vereinbarten Rahmen hinaus überzogen, fallen weitere Überziehungszinsen zum regulären Zinssatz an. Hierbei spricht man dann von einem Zinssatz für eine geduldete Überziehung. Diese liegt vor, wenn das von der Bank eingeräumte Limit für einen Dispositionskredit nochmals überschritten wird beziehungsweise die Bank trotz der anhaltenden Überschreitung des Kreditrahmens für einen Dispositionskredit weitere Geldverfügungen zulässt. Der Begriff Duldung weist also deutlich darauf hin, dass es keinen Anspruch darauf gibt, die im Rahmen des Dispokredit gewährte Kreditlinie dauerhaft zu überschreiten. Es liegt ganz im Ermessen der Bank, wie sie in diesen Fall vorgeht. Eine dauerhaft anhaltende Überziehung über den gewährten Rahmen des Dispokredit hinaus kann zu einer Kündigung des Kontos durch die Bank führen.

Das reguläre Limit für einen Dispositionskredit liegt dabei in der Regel bei zwei bis drei Monatsgehältern. Je nach Höhe des regelmäßigen Geldeingangs auf dem Konto passen die meisten Kreditinstitute diesen Kreditrahmen auch automatisch an. Je mehr Geld regelmäßig also auf dem Konto gut geschrieben wird, desto höher kann auch der Verfügungsrahmen ausfallen.

Ein Dispositionskredit muss beantragt werden

Entgegen der weitläufigen Meinung, dass man nach Ablauf einer gewissen Zeit, in der auf dem Girokonto regelmäßige Geldeingänge verbucht werden, automatischen einen Dispokredit erhält, ist dem NICHT so. Einen Dispositionskredit bekommt man meistens NICHT automatisch mit der Eröffnung des Kontos. Nur wer volljährig ist und über ein regelmäßiges Einkommen sowie einen sauberen SCHUFA-Score (positive Bonität) verfügt, kann bei seiner Bank die Einräumung eines Dispokredit beantragen. Sicherheiten werden in der Regel für den Dispokredit nicht verlangt. Jedoch muss das Konto schon eine Weile bestehen und in Form konstanter Geldeingänge dauerhaft gedeckt sein.

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