Der Privatkredit

Privatkredit – die un-definierteste Kreditform

Wer sich auf die Suche nach einem Privatkredit macht verbindet damit in allererste Linie mal die Annahme auf diesem Wege einen Kredit von einem privaten Geldgeber zu erhalten. Doch dem ist leider nicht so, denn der Privatkredit ist eine derjenigen Kreditformen, welche am wenigsten eindeutig definiert sind. Zwar ist es möglich grundsätzlich die Unterscheidung zwischen eben jenem Privatkredit als auch dem Bankkredit zu treffen, jedoch führen auch einige Banken eben jene Kredite in Ihrem Angebotsportfolio. Somit findet also eine klare Abgrenzung zwischen den kreditvergebenden Quellen nicht wirklich statt. Dabei ist die Ursprungsdefinition durchaus jene, die eigentlich auch am Naheliegendsten ist. Ein Privatkredit wird von einer Privatperson an eine andere Privatperson vergeben, welche für das existente Kreditrisiko vom Kreditnehmer einen entsprechenden Zins verlangen darf – solange dies nicht dem sogenannten Kreditwucher entspricht.

Privatkredit

Der Privatkredit – die gesetzliche Definition und Regelung

Dem Konzept und den Kreditkonditionen nach ist ein Kredit von Privat gleich einem klassischem Ratenkredit. Denn auch ein Privatdarlehen ist in in vertraglich vereinbarten Raten vom Kreditnehmer gegenüber dem privaten Kreditgeber zu tilgen. In Deutschland wird der Privatkredit nach dem § 488 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt. Dadurch unterscheidet er sich auch aus rechtlichem Aspekt betrachtet vom gewerblichen Kredit, welcher nach dem KWG (Kreditwesengesetz) geregelt wird. Für einen Privat gewährten Kredit wird generell ein Kreditvertrag abgeschlossen. In jenem Vertrag werden die wesentlichen Konditionen (Kreditsumme, Laufzeit, Zinssatz, Ratenhöhe) sowie Zusatzregelungen (Sondertilgungen, vorzeitige Rückzahlung) schriftlich festgehalten.

Der Unterschied: Kredit von Privat und Privatkredit

Banken sprechen hingegen von Privatkrediten, wenn der Verwendungszweck des gewünschten Betrags frei gewählt werden kann. Zudem ist ein solcher Kredit nicht an ein Fahrzeug, eine Immobilie oder ein anderes Objekt gebunden. Insofern kann das Geld aus dem Kredit völlig frei vom Kreditnehmer verwendet werden. Jedoch dürfen Privatkredite nicht für gewerbliche Zwecke eingesetzt werden. Aus der Sicht des Kreditinstituts ist ein solcher Kredit dabei ein kurz- bis mittelfristiges Darlehen, bei dem es um einen verhältnismäßig kleinen Darlehensbetrag geht. Die Besonderheit der Privatkredite ist, dass sie relativ schnell und in der Regel ohne besondere Sicherheiten – außer einer positiven Bonität und einem regelmäßigem Einkommen – bewilligt werden. Das Finanzprodukt Privatkredit wird dabei von den Banken auch oftmals unter den folgenden Bezeichnungen vertrieben: Konsumkredit oder Konsumentenkredit, Anschaffungskredit oder Sofortkredit, Verbraucherkredit oder Schnellkredit.

Zudem gibt es eben jene Kredite von Privatpersonen, die eben auch als Privatkredit bezeichnet werden. Dabei leiht sich der Kreditnehmer als privater Verbraucher Geld von einer anderen Person – zumeist auch ein Verbraucher (Privatperson). Somit ist zwischen beiden Parteien keine Bank oder ein Kreditinstitut direkt an diesem Kreditgeschäft beteiligt. Die Konditionen für einen solchen Kredit werden dabei zwischen den beiden Kreditparteien (Verbraucher zu Verbraucher) frei verhandelt. Im Vergleich zu einem Privat Kredit sind die Konditionen in Ihrer Gesamtheit bei Krediten von Privat jedoch oftmals schlechter. Zudem sind die Tilgungsmöglichkeiten für Kreditnehmer häufig nicht besonders flexibel. Entsprechende Kredite von Privat werden heutzutage oft über spezielle Kreditmarktplätze vermittelt. Eine Bank ist dennoch auch hier in den meisten Fällen involviert. Jedoch nicht als Kreditgeber, sondern zumeist als Verwalter des verliehenen Geld. Damit das Ausfallrisiko für jeden Anleger beschränkt wird, investieren auf diesen Kreditplattformen in der Regel mehrere private Geldgeber in ein solch privates Kreditprojekt.

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