Bank der Zukunft: Kredite auf Knopfdruck

Posted in Unser Finanz Blog on 04/05/2017 - 0 comment

Kreditvergabe auf KnopfdruckKredite auf Knopfdruck, virtuelle Berater, kundenspezifische Produktwerbung – kommt der digitale Wandel nun doch endlich bei Banke an? Wer als Bank mit einem Filialnetz im Markt bestehen will, muss sich hinsichtlich seines Auftretens und Angebotsportfolios etwas überlegen und zwar in der Form, dass das Filialgeschäft für Kunden auch in der Zukunft eine Notwendigkeit bleibt. Wenn auch in einer Art und Weise, welche dem Kunden auf den ersten Blick vielleicht etwas befremdlich vorkommen könnte – Stichwort: Die Filiale der Zukunft wie Sie bereits in Berlin existiert. Fakt ist aber eben, dass Banken bald anders funktionieren (müssen), als die Kunden sie einst kennengelernt haben. Die Frage ist nur: Wie? Findet der seit geraume Zeit propagierte „digitale Wandel“ nun endlich auch bei Banken an?

Indem man eine Maschine baut! Bitte? Doch genau so hat es vor kurzem voller Stolz die Leiterin Kundenmanagement der zweitgrößten deutschen Privatbank verlauten lassen. Wer nun allerdings eine solche Aussage dahingehend interpretiert, dass man mit dem Besuch einer Bankfiliale zukünftig von einem Roboter oder einem „virtuellen Berater“ am Display bedient wird, liegt damit leider nicht richtig. Denn diese genannten 2Maschine“ ist vereinfacht ausgedrückt, eine…..interne Datenbank. Nun ist eine interne Datenbank weder eine Maschine noch irgendetwas Innovatives oder gar technisch Revolutionäres – zugegeben. Doch das ist auch gar nicht der Punkt, denn interessant sind die Inhalte der Datenbank und was die Bank gedenkt mit diesen Daten anzustellen!?

Maschine soll mehr Kunden gewinnen und Kredite verkaufen

Diese als „Maschine“ titulierte, interne Datenbank, soll nach Plan der Bank weitestgehend automatisch neue Kunden werben. Und zwar in der Form, dass der Kunden seinen Merkmalen entsprechende Produktwerbung erhält. Das geschieht mit einem System, das in Echtzeit Daten von Bestandskunden auswertet, um diesen neue Produkte anzubieten. Sein Einverständnis hierzu natürlich vorausgesetzt. Im Klartext heisst das: Wer einmal sein Einverständnis gegeben hat, bekommt mehrfach Commerzbank-Werbung per Mail, für Ratenkredite, Baufinanzierungen oder Wertpapierdepots. Das, was seit Jahren bereits als Cross- und Up-Selling bekannt ist, soll nun als auch bei Banken Einzug halten. Und es scheint auch von Erfolg gekrönt zu sein, denn es befinden sich bis dato bereits 700.000 Personen mit individuellen Merkmalen in der Datenbank. Eine stattliche Anzahl,  woraus bis zum aktuellen Zeitpunkt immerhin 33.000 Neukunden für die Produkte der Bank gewonnen werden konnten. Dabei eröffnen die meisten von Ihnen zunächst einmal ein ganz normales Girokonto. Genau dies ermöglicht der Bank in Folge weitere Produkte zu empfehlen. Ergebnis? Seitdem das Programm aktiv ist, schließen die Kunden der Bank zehn Prozent mehr neue Produktverträge ab.

Mehr Umsatz durch kundenspezifische Produktwerbung

Wer sich also zukünftig im Online-Banking einloggt, sieht dann Werbung, die ausschließlich zu ihm dank seiner, in der Datenbank gespeicherten und aufbereiteten Daten, passt. Doch auch in der Offline Welt kommt dieses System zum Einsatz. Wer künftig in eine Filiale der Bank kommt und ein persönliches Beratungsgespräch wünscht, wird mit seinen „Merkmalen“ aus der Datenbank konfrontiert. Denn der Berater, der Ihm gegenüber sitzt, sieht, die aus dem System automatisch generierten Empfehlungen für den Kunden. Vor allem auf die Vergabe der hauseigenen Kredite hat es die Bank derzeit abgesehen. Bis 2020 will das Finanzinstitut Kredite im Wert von sechs Milliarden Euro im Jahr neu an Privatkunden verleihen. Dabei hilft ebenfalls eine neue Software-Plattform, mit der die Kunden schneller an ihre Kredite kommen sollen, derzeit noch in der Filiale, bald auch komplett online. Den Kredit auf Knopfdruck eben.

Bildquelle: Rainer Sturm / Pixelio.de

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