Salto rückwärts beim Immobilienkredit: Kreditrichtlinie soll geändert werden

Posted in Unser Finanz Blog on 28/03/2017 - 0 comment

ImmobilienkrediteWenn die Politik Richtlinien und Gesetze auf den Weg bringt, deren vorrangiges Ziel der Schutz der Verbraucher ist, dann heisst dies nicht zwangsläufig, dass dieser Effekt dann in der Praxis auch erreicht wird. Nicht selten verfehlen derartige Vorhaben der Politik sogar gänzlich ihr Ziel. Eins der wohl besten Beispiele des Regulierungswahns politischer Kreis stellt die sogenannte  Wohnbaukreditrichtlinie für Immobilienkredite dar. Geschaffen und auf den Weg gebracht, um in Grundgedanken der Verordnung beziehungsweise Richtlinie Verbraucher vor Überschuldung zu schützen. Dagegen wäre im Grunde nichts zu sagen, wenn es denn wie bereits erwähnt auch so wäre. Die Praxis zeigt aber nun, dass der angestrebte Verbraucherschutz bei einem Immobilinekredit soweit geht, das bestimmte Altersgruppen nun fast überhaupt keine Wohnbaukredit mehr bekommen. Insbesondere die ältere Generation ist hiervon überproportional betroffen. Der Grund liegt in der Konstruktion der Wohnbaukreditrichtlinie. Ein Punkt, der nun wiederum geändert werden soll.

Fakt ist, dass mit Einführung der Richtlinie vor allem einmal die Banken ihrem Unmut kund taten. Denn banken fürchteten um den Verlust zahlreiche, teilweise hochsolventer Kunden im Bereich der Immobilienkredite.  Denn die Wohnbaukreditrichtlinie basiert bei der Bewertung eines Kunden für einen Immobilienkredit nicht wie bisher auf dem Wert der Immobilie, sondern auf dem Alter des Kreditnehmers. Was im Klartext bedeutet, das je älter ein potentieller Kunde für einen solchen immobilienkredit ist, umso  unwahrscheinlicher die Kreditvergabe. Eine Grundlage, die sich nun rächt, denn selbst hochsolvente ältere Bürger bekommen schlichtweg keine Kredite mehr. Ein Umstand, der weder den banken noch den Betroffenen verständlicherweise gefällt. Die Kritiken werden lauter, was zur Folge hat, dass die Bunderegierung nun erneut Änderungen an der Richtlinie vornehmen will. Salto rückwärts also…

Immobilienkredite und die Wohnkreditrichtlinie

Folge der Richtlinie: Immer weniger Immobilienkredite

Die Notwendigkeit entsprechender Änderungen an der Wohnkreditrichtlinie belegen entsprechende Zahlen beim Thema Immobilienkredite.  Denn laut Transaktionsplattform Europace, spezialisiert auf Immobilienfinanzierungen, sank die Zahl der Kreditabschlüsse bei älteren Menschen deutlich. So in der Altersgruppe 40 bis 50 Jahren, im Vergleich zu den 11 Monaten vor Inkrafttreten der Richtlinie, um 5,88%. Schaut man sich die Zahl bei den sogenannten „Best-Agern“, also der Altersgruppe der über 60-Jährgen an, so zeigt sich hier ein noch drastischerer Rückgang. So verzeichnete die Plattform gar einen Rückgang von 12,69 %. Zwar stieg bei den 18 bis 30-jährigen die Quote der Immobilienkredite um 6,53% und bei den 30 bis 40-jährigen um rund 2,66%. Jedoch offenbaren die Zahlen eben auch, dass die Anzahl der Immobilienkredite mit Einführung der Richtlinie über alle Altersgruppen hinweg rückläufig ist.

Lockerung der Richtlinie für Immobilienkredite angestrebt

Erkenntnis aus diesen Zahlen ist, dass insbseondere die Kreditversorgung älterer Menschen trotz entsprechender Bonität und Solvenz nachhaltig gefährdet zu sein scheint. Ein Umstand, dem nun entgegengewirkt werden soll. Eine Lockerung der Richtlinie ist angedacht. Zudem existiert auch bei den Themen Anschlussfinanzierung und Umschuldung offensichtlicher Klärungsbedarf. Auch tönt aus den unterschiedlichsten Ecken der Politik, das Kreditnehmer von den verschärften Regeln der Kreditwürdigkeit ausgeschlossen werden sollten. Weiterer Bestandteil der politischen Diskussion rund um die Kreditrichtlinie ist auch das Thema der „Erwerbsbiographie“. So soll im Rahmen der Kreditprüfung für eine Immobilienfinanzierung bei älteren Menschen das angehäufte Vermögen und bei Jüngeren das zu erwartende Einkommen berücksichtigt werden.  Alles in Allem: Die Wohnunsgbaukreditrichtlinie scheint ein „unausgereiftes“ Vorhaben zu bleiben.

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